Zwei Wochen in den Niederlanden – genug Zeit, um nicht nur Familie und Freunde zu besuchen, sondern auch die eine oder andere Stadt anzuschauen. Denn als ich noch in den Niederlanden gewohnt habe, habe ich genau das viel zu selten gemacht. Genau, wie ich jetzt in München nicht ständig Dinge anschaue, sondern der Alltag irgendwie Überhand gewinnt und man letztendlich doch das gleiche macht wie immer. Wer kennt’s? Nach einem Tagesausflug nach Maastricht kurz vor Weihnachten ging es Anfang des neuen Jahres noch nach Den Haag. Ich war als Kind schon mal dort, und habe mich vorher sehr darauf gefreut, mal wieder hinzufahren.
Ein Tag in Den Haag
Für mich ging es schon relativ früh morgens mit dem Auto Richtung Den Haag, denn da meine Eltern an der niederländischen Grenze wohnen, hatte ich ein paar Stunden Fahrzeit vor mir. Zum Glück bin ich aber ohne Stau durchgekommen und habe auch auf Anhieb einen geeigneten Pendlerparkplats gefunden, an dem ich das Auto abstellen konnte. Parken ist nämlich so eine Sache in Den Haag, und leider auch oft ziemlich teuer. Pendlerparkplätze sind da oft die günstigere (und teilweise kostenlose) Alternative, und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man meist schnell ins Zentrum. Als erstes habe ich mir was zum Frühstück gesucht – in der Buchhandlung Van Stockum, in der es einen kleinen Bagels&Beans gibt. Ich esse gerne bei der Kette, und Buchläden sind ja sowieso genau mein Ding! Natürlich musste ich nach dem Frühstück dann auch noch ein Buch mitnehmen…

Danach ging es für mich weiter in die Fußgängerzone von Den Haag. Vom Binnenhof, also dem Sitz des niederländischen Parlaments, bis zum Mauritshuis. Beides kann man besichtigen, ich habe mich an diesem Tag aber dagegen entschieden – ich wollte mir lieber die Stadt anschauen, und die lange Schlange am Ticketschalter hat mich ein wenig abgeschreckt. Ich wusste zu dem Zeitpunkt sowieso schon, dass ich vermutlich irgendwann nach Den Haag ziehen werde, und dann noch genug Zeit habe, solche Sehenswürdigkeiten anzuschauen.
Shopping in Den Haag
In der Innenstadt von Den Haag liegt alles sehr nah beieinander – vom Binnenhof aus kann man also ohne Probleme direkt in die Einkaufsstraße schlendern. Dabei kann einem auch schon mal der niederländische Minister Präsident auf dem Fahrrad entgegenkommen, denn das ist bei allen hier die beliebteste Fortbewegungsart. In der Einkaufsstraße habe ich auch schnell gemerkt, dass ich nicht mehr an die Niederlande gewöhnt bin, und bin fast von einigen Fahrradfahrern angefahren worden. Insgesamt war es so kurz nach den Feiertagen schön ruhig in der Stadt, was normalerweise an Wochenenden selten passiert. Deswegen bin ich nur ein bisschen durch die Läden gebummelt und habe mich spontan in einen Esstisch verliebt – und zwar in einem viel zu teuren Interiorladen. Kein Problem, da ich sowieso keinen Esstisch brauchte, irgendwie bin ich aber trotzdem ein bisschen traurig, dass ich ihn mir eh nicht leisten könnte. Am Ende bin ich dann noch durch die berühmte Passage von Den Haag gelaufen, ein Einkaufszentrum in dem sich ein paar coole Läden befinden. Hier bin ich dann tatsächlich auch noch fündig geworden und habe mir ein paar Klamotten gekauft, bevor ich mich endlich auf den Weg ans Meer gemacht habe.
Scheveningen im Winter
Eins der Dinge, die ich an Den Haag so liebe, ist die Nähe zum Meer. Statt mit der Tram an den Strand zu fahren, habe ich aber erst mein Auto geholt – so konnte ich später vom Strand aus direkt Richtung Heimat fahren, anstatt noch einmal durch die ganze Stadt zu eiern. Im Winter ist auf Scheveningen (wie es in Den Haag heißt) nicht viel los, viele Cafés haben geschlossen und es sind kaum Menschen dort. Natürlich kann man ins Sea Life, aber das ist gar nicht mein Ding. Deswegen bin ich nur eine Weile über die Strandpromenade geschlendert und habe mich vom Wind einmal durchpusten lassen – uitwaaien, also „auswehen“ heißt das auf Niederländisch. Als mir dann irgendwann doch zu kalt war, habe ich mich aber in das Café vom Hotel Kurhaus zurückgezogen, um einen warmen Kakao (warmer Chocomel mit Sahne) zu trinken.

Irgendwann war dann aber auch dieser Strandtag zu Ende – gezwungenermaßen, denn ich musste ja noch zurück zu meinen Eltern fahren. Aber ich war mir bereits ganz sicher: sollte ich irgendwann zurück in die Niederlande ziehen, dann vermutlich nach Den Haag. Und falls das nicht klappen sollte, habe ich mir in diesem Moment fest vorgenommen, zumindest regelmäßig zurückzukommen.

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