2023 war ich eine Woche auf Madeira – viel zu kurz, um die vielen Wanderungen der Insel wirklich miteinander vergleichen zu können. Immerhin musste ich mich entscheiden, für welche Touren ich mir die Zeit nehmen wollte, und welche ich auf einen eventuellen zweiten Besuch auf der Insel verschieben wollte. Insgesamt habe ich in sieben Tagen fünf Wanderungen gemacht, die vielleicht nicht objektiv die schönsten sind, bei denen man aber die vielseitige Natur von Madeira entdecken kann und die auf jeden Fall Lust auf mehr machen. In diesem Blog teile ich meine Auswahl mit euch. Habt ihr noch weitere Tipps? Lasst es mich dann gerne in den Kommentaren wissen!
Die schönsten Wanderungen auf Madeira
Die Natur auf Madeira ist sehr vielseitig und leider dank der sozialen Medien auch kein Geheimtipp mehr. Einige Wanderungen sieht man mittlerweile quasi täglich in Reels, wenn man entsprechenden Content konsumiert. Vor allem 2023 war Madeira voll im Trend und man kam quasi nicht daran vorbei. Das hat vor allem damit zu tun, dass die Berge, die uralten Bäume und der Morgennebel viele Orte unglaublich fotogen machen. Einige der Wanderungen habe ich auch hauptsächlich wegen der vielen Bilder gemacht, die ich vorab online gesehen habe. Gelohnt hat es sich aber natürlich trotzdem!
2023 waren alle Wanderwege auf Madeira noch ohne Anmeldung oder Ticket zugänglich. Es war vor allem wichtig, früh am Ausgangspunkt zu sein, um nicht in einer langen Reihe den Wanderweg entlang zu laufen. Mittlerweile hat sich das geändert: seit dem 1. Januar 2026 braucht man ein Zugangsticket für die offiziellen Wanderwege auf Madeira. Zugangsticket und Zeitslot (im 30-Minuten-Takt) sind über das SIMplifica-Portal erhältlich.
Levada oder Vereda?
Die meisten Wanderwege auf Madeira sind entweder ein Levada oder ein Vereda. Levadas führen an den schmalen Kanälen entlang, die es überall auf Madeira gibt, um das Wasser von einem Teil der Insel zu einem anderen zu befördern. Die Kanäle haben meist auf mindestens einer Seite eine kleine Mauer, auf der man laufen kann – und das ist dann auch manchmal der einzige Platz, den man zum Wandern hat. Wenn einem Menschen entgegenkommen, muss dann einer einen Ausfallschritt über den Kanal machen und sich gegen den Berg lehnen, damit man aneinander vorbeigehen kann. Und das passiert hier regelmäßig, denn die meisten Wanderungen auf Madeira sind keine Rundwege, sondern Wanderungen, die man hin und zurück laufen muss. Veredas sind die Wanderwege ohne Wasserkanal daneben, aber auch hier kann es ab und zu schmal und vor allem steil werden. Solltet ihr starke Höhenangst haben, könnt ihr auf der offiziellen Website von Visit Madeira nachschauen, ob sich gewisse Wanderungen wirklich für euch eignen.

Zugänglichkeit & Wetter vorab checken
Ich kann leider nicht aus eigener Erfahrung sagen, wie weit im Voraus man die Zeitslots und Zugangstickets für die Wanderungen auf Madeira buchen muss. Auf der offiziellen Website findet ihr aber tagesaktuelle Informationen dazu, welche Wanderwege vollständig oder teilweise geöffnet, und welche nicht begehbar sind. Auch findet ihr hier den Link zur Buchungsseite und aktuelle Preisinformationen (Stand August 2026: ab 4,50€ pro Wanderung und Besucher ab 12 Jahren).
Außerdem macht es durchaus Sinn, immer relativ kurzfristig noch einmal das Wetter zu checken. Das kann sich auf Madeira nämlich nicht nur schnell ändern – es kann auch gerne mal auf der einen Seite der Insel viel besser oder schlechter sein als auf der anderen. Nutzt dafür lokale Wetterapps, da die Vorhersagen deutlich zuverlässiger sind als die von eurem Handy. Wenn ihr die Flexibilität habt und die Tickets nicht schon Wochen im Voraus reservieren müsst, lohnt es sich definitiv, Tag für Tag zu planen. So könnt ihr immer das Beste aus dem Tag und dem Wetter herausholen und habt unterwegs die besten Aussichten.
Direkter Vergleich der Wanderungen
In dieser Übersicht findet ihr die Nummer des Wanderweges, mit der jeweiligen Strecke, Dauer und dem Schwierigkeitsgrad. Alles basiert auf den offiziellen Angaben von Visit Madeira. Darunter findet ihr noch einmal eine ausführlichere Beschreibung mit meinen persönlichen Erfahrungen pro Wanderung.
| Wanderung | Strecke | Dauer | Schwierigkeit |
| PR1 – Vereda do Areeiro | 6,1 km | Ca. 3:30 Stunden | Mittel |
| PR6 – Levada das 25 Fontes | 8,6 km | Ca. 3 Stunden | Mittel |
| PR8 – Ponta de São Lourenço | 8 km | Ca. 2:30 Stunden | Mittel |
| PR9 – Levada do Caldeirão Verde | 17,4 km | Ca. 6:30 Stunden | Mittel |
| PR13 – Vereda do Fanal | 10,8 km | Ca. 4 Stunden | Mittel |
Meine Top 5 Wanderungen auf Madeira
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PR1 – Vereda do Areeiro (6,1 Kilometer, 3,5 Stunden)
Fangen wir direkt mit der bekanntesten Wanderung auf Madeira an: Der PR 1 führt vom Pico do Areeiro zum Pico Ruivo. Bekannt ist die Wanderung vor allem wegen der schmalen Wege über den Grat, bei denen der Berg links und rechts steil abfällt, und die sich entsprechend gut auf den Instagrambildern machen. Vor allem, weil man hier oft über den Wolken unterwegs ist. Dafür hat man bei gutem Wetter eine grandiose Aussicht über die Insel und die verschiedenen Täler. 2023 war ein Teil der Wanderung geschlossen, da es zu gefährlich wurde. Stattdessen konnte man hier durch einen Tunnel laufen und den gefährlichen Teil damit umgehen. Mittlerweile ist der Wanderweg vollständig begehbar, allerdings nur in eine Richtung, um Gegenverkehr zu vermeiden.

2023 war der PR1 eine der anstrengendsten und längsten Wanderungen auf Madeira. Mit insgesamt knappen 14 Kilometern Strecke konnte man vom einen Berg zum anderen und wieder zurück laufen, wofür man etwa sieben Stunden einplanen musste. Heute geht das nicht mehr: der PR1 führt über etwa 6,1 Kilometer vom Pico do Areeiro über den Pico das Torres bis zum Pico Ruivo. Da der Wanderweg jetzt nur noch in eine Richtung begehbar ist, kommt man nicht mehr auf dem gleichen Weg zurück zum Ausgangspunkt. Alternativ kann man auch etwa 1,2 Kilometer vom Pico do Areeiro zum Aussichtspunkt Pedra Rija laufen und auf dem gleichen Weg zurückkehren (Gesamtstrecke 2,4 Kilometer).
Da ich 2023 mit jemandem mit Höhenangst unterwegs war, habe ich mich damals auch gegen die gesamte Strecke entschieden. Stattdessen sind wir zum Pico Ruivo gefahren und sind von dort aus ca. 2,8 Kilometer zum Endpunkt der heutigen Strecke gelaufen. Dort gibt es einen Aussichtspunkt, den wir uns angeschaut haben, bevor wir einen Teil des PR1 gelaufen sind (und dann einfach umgedreht sind). Obwohl wir sehr früh dort waren, war es schon sehr voll – und uns kamen die ersten Wanderer entgegen, die am Pico Areeiro gestartet waren. Das ist jetzt natürlich nicht mehr möglich, und hoffentlich regulieren die Zeitslots und Zugangstickets auch, dass es nicht ganz so überfüllt ist.
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PR6 – Levada das 25 Fontes (8,6 Kilometer, 3 Stunden)
Der PR6 ist mit seinen gerade einmal 4,3 Kilometern pro Weg und insgesamt etwa drei Stunden Wanderzeit deutlich entspannter als der PR1. Hier geht es auch deutlich weniger hoch und runter, und da man sich meist mitten im Urwald von Madeira befindet, sind die Steilhänge die direkt neben den Wanderwegen abfallen deutlich weniger krass. An einer Stelle wird der Wanderweg zur Einbahnstraße, und ihr könnt auf dem Hinweg am Wasserkanal entlang und auf dem Rückweg über die Treppe laufen. Auf der offiziellen Website findet ihr aktuelle Informationen, ob dieser Teil der Wanderung gerade in beide oder nur in eine Richtung begehbar ist. Sollte der Weg nur in eine Richtung offen sein, haltet euch bitte daran, da es sonst zu ziemlichen Staus kommen kann.
Obwohl es am PR1 2023 schon voll war, war hier noch einmal deutlich mehr los – was auch am Wasserfall liegen kann, der am Ende der Wanderung auf einen wartet. Die 25 Fontes sind nämlich eigentlich keine 25 verschiedenen Wasserfälle, sondern ein sehr breiter, der sich an verschiedenen Stellen den Weg nach unten bahnt. Auf dem Rückweg könnt ihr noch einen kleinen Abstecher zum Levada do Risco machen (PR6.1), den ich persönlich deutlich schöner fand.

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PR8 – Vereda da Ponta de São Lourenço (8 Kilometer, 2,5 Stunden)
Der PR8 ist landschaftlich komplett anders als die anderen Veredas und Levadas die ich auf Madeira gemacht habe. Die Wanderung führt nämlich zum östlichsten Punkt der Insel, wo es im Gegensatz zum Rest keine hohen Berge oder dichte Wälder gibt, sondern einfach nur Steine. Klingt langweilig, ist aber trotzdem total schön! Gerade, weil es hier sehr warm werden kann und es keine Bäume gibt, die Schatten spenden, lohnt es sich hier besonders, früh zu starten und vor allem ausreichend Wasser mitzunehmen. Insgesamt sind es zwar nur 8 Kilometer, vor allem die letzten Meter hoch zum Aussichtspunkt haben es aber in sich. 2023 konnte man im kleinen Café Tickets für ein Boot kaufen, mit dem man zurück fahren konnte statt die komplette Strecke zurück zu laufen – ob das immer noch möglich ist, weiß ich leider nicht. Genau wie bei den anderen Wanderwegen müsst ihr aber auch hier vorab ein Ticket und ein Zeitslot reservieren.
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PR9 – Levada do Caldeirão Verde (17,4 Kilometer, 6,5 Stunden)
Der PR9 ist die längste Wanderung meiner Auswahl und hat mir richtig gut gefallen – es ist einer der Levadas, bei denen man sowohl Tunnel und breit ausgebaute Wege als auch schmale Stücke hat, bei denen man auf der kleinen Mauer neben dem Wasserkanal geht. Wenn andere Wanderer vorbei möchten oder einem auf dem Rückweg entgegen kommen, bleibt einem nichts anderes übrig, als sich entweder mittels eines Ausfallschritts über den Kanal aus dem Weg zu begeben, oder an der Kante entlangzulaufen – wo es teilweise sehr steil und sehr weit nach unten geht. Am Ende des knapp 9 Kilometer langen Weges wartet ein wunderschöner Wasserfall auf euch. Man kann sich hier gut ausruhen und bei einem Picknick stärken, bevor man sich auf den Rückweg macht. Genau wie bei den anderen Wanderungen heißt das, dass man genau den Weg zurück läuft, den man auch gekommen ist. Aber da man jetzt alles aus der anderen Richtung sieht und die Aussicht wunderschön ist, wird das nicht langweilig. Insgesamt ist der PR9 17,4 Kilometer lang und ihr solltet gute 6,5 Stunden einplanen.
2023 war die Parksituation am PR9 schwierig, da es nur sehr begrenzte Parkplätze gibt. Wenn der Parkplatz voll ist, bleibt einem nichts anderes übrig, als umzudrehen und die lange, schmale und teilweise steile Zufahrtsstraße zurück zu fahren. Eine Alternative zum Parken gibt es hier nämlich leider nicht. Da man mittlerweile auch hier einen Zeitslot buchen muss, kann ich nicht sagen, wie die Parksituation mittlerweile ist. Allgemein würde ich aber auch hier empfehlen, früh vor Ort zu sein und die Wanderung früh zu starten. Dann kommen euch auch auf beiden Strecken weniger Menschen entgegen.
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PR13 – Vereda do Fanal (10,8 Kilometer, 4 Stunden)
Auch der PR13 ist ziemlich bekannt, vor allem wegen der vielen Bilder, die es davon auf Instagram & Co gibt. Der Weg führt nämlich durch einen Park mit alten Bäumen, die gerade im Morgennebel sehr mystisch aussehen und dem Wald den Namen Feenwald eingebracht haben. Auch hier lohnt sich das frühe Aufstehen, um die besondere Stimmung im Nebel einzufangen. Der PR13 ist knappe 11 Kilometer lang und ihr solltet insgesamt etwa vier Stunden Zeit einplanen. Die Wanderung startet bei Paúl da Serra (Assobiadores) und führt von dort aus nach Fanal. Als ich dort war, konnte man noch mittendrin einsteigen – wir haben entsprechend nicht den kompletten PR13 genommen, sondern nur ein Stück, und uns dabei vor allem im Feenwald aufgehalten. Inwieweit das momentan noch möglich ist, kann ich euch leider nicht aus persönlicher Erfahrung sagen.

Wart ihr schon einmal auf Madeira unterwegs? Und wenn ja, welche Wanderungen habt ihr gemacht und welche könnt ihr empfehlen? (:

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