Nachdem ich euch im ersten Teil meines Hawaii-Reisetagebuchs mit durch die ersten (relativ entspannten) Tage auf O’ahu genommen habe, geht es heute weiter mit der zweiten Hälfte der Woche. Nach wie vor war Hawaii auf jeden Fall mein absolutes Highlight von meiner Rundreise durch den Westen der USA, auch wenn ich in dem Monat ziemlich viele coole Dinge erleben durfte.
Die ersten drei Tage waren sehr entspannt – und das war auch gut so. Nach dem vielen Hin und Her der letzten drei Wochen konnte ich endlich mal wieder richtig entspannen, ohne ständig auf gepackten Koffern zu sitzen. Das ist zwar auch wunderschön, aber ich habe auf jeden Fall gemerkt, dass ich ab und zu eine Pause brauche.
Tag 4: Waikiki Beach
Bevor ich aber endlich wieder etwas mehr Action eingeplant habe, gab es erstmal noch einen kompletten Tag am Strand. Irgendwie hat der sehr entspannte Vibe auf Hawaii vor allem dazu beigetragen, dass ich mich angepasst und nicht super viele Aktivitäten geplant habe. Am liebsten wollte ich den ganzen Tag nur chillen, mich ab und zu im Wasser abkühlen und vielleicht noch das ein oder andere Buch lesen. Trotzdem wurde ich irgendwann am Nachmittag dann doch ein bisschen aktiver und habe noch eine Runde durch das Ala Moana Shopping Center gedreht. Danach habe ich mir noch einen Mietwagen für den nächsten Tag besorgt, um mir endlich ein wenig mehr von O’ahu anzuschauen als nur den einen Strand und die direkte Umgebung von meinem Hotel.

Tag 5: Dole Plantage, Waimea Valley & Laniakea Beach
Auch, wenn O’ahu nicht super groß ist, musste ich mich ein wenig entscheiden, was ich mir an einem Tag mit Mietwagen alles anschauen wollte. Deswegen bin ich früh aufgestanden und mit dem Bus zum Flughafen gefahren, wo ich mein Mietauto abholen konnte. Danach ging es los: einmal um die Insel herum, mindestens eine Plantage besichtigen und Schildkröten sehen. Viel mehr hatte ich mir nicht vorgenommen, und das war auch gut so. Dass ich dabei zufällig noch ein paar der schönsten Strände der Welt zu sehen bekomme, war quasi Bonus.
Das erste Ziel war die Dole Plantage, die es seit 1950 gibt. Da sie zu den beliebtesten Ausflugszielen von Hawaii gehört (zumindest laut der Dole Website), war natürlich klar, dass ich hier anhalten musste – obwohl ich gar keine Ananas mag und kurz nach der Ernte dort war. Es gab also verhältnismäßig wenig zu sehen, und ich habe auf die Rundfahrt mit einer Bimmelbahn verzichtet. Abgeerntete Felder musste ich mir nicht unbedingt anschauen. Im Shop gab es jede Menge Ananas Souvenirs und frisches Ananas Eis, das mich logischerweise eher weniger interessiert hat. Trotzdem war es ganz cool, sich das Ganze mal anzuschauen. Statt Ananas habe ich mir dann an einem Stand an der Straße frische Papaya gekauft, um festzustellen, dass das auch nicht ganz mein Ding ist.
Danach ging es weiter Richtung Waimea Valley. Auch hier hatte ich nicht wirklich viel geplant und habe einfach angehalten, weil es interessant aussah. Das Gefühl, mitten im Dschungel zu stehen und mir dort ein Restaurant für das Mittagessen zu suchen, mochte ich auf jeden Fall. Da ich aber für den Rest des Tages noch andere Pläne hatte, habe ich hier nicht super lange angehalten und bin relativ schnell weitergedüst.

Da Schildkröten meine Lieblingstiere sind, habe ich natürlich vorab recherchiert, wo ich Schildkröten sehen kann. Leider gibt es auf O’ahu nur noch sehr wenige Strände, an denen Schildkröten leben, da sie sehr menschenscheue Tiere sind und viele das nicht respektieren. Laniakea Beach gehört zu den wenigen Orten, an denen immer noch täglich Schildkröten beobachtet werden können – entsprechend voll war es aber auch. Und das, obwohl nur eine einzige Schildkröte am Strand liegt, die mit gespannten einem Seil von den Touristen getrennt wurde, damit die Leute sie nicht anfassen. Traurig, dass so viele Menschen keinen Respekt vor Wildtieren und ihrem Lebensraum haben! Trotz Seil haben natürlich einige versucht, näher ranzukommen, was zum Glück von den anwesenden Freiwilligen unterbunden wurde. Als noch eine Schildkröte auf den Strand zusteuerte, haben die freiwilligen Helfer auch direkt dafür gesorgt, dass Schwimmer und Menschen am Strand Abstand halten. Ich hätte die Tiere gerne länger beobachtet, aber ehrlich gesagt hat es mir so wenig Spaß gemacht. Teilweise haben die Leute andere Menschen weggeschubst und Helfer ignoriert, um ihre Kinder oder Freunde direkt neben (und sogar auf!) einer Schildkröte zu fotografieren. Kein Wunder, dass immer weniger Schildkröten an die überfüllten Strände kommen…


Eigentlich wollte ich zum Abschluss des Tages noch zum Diamond Head, aber irgendwie habe ich mich in der Zeit verkalkuliert. Als ich angekommen bin, war es schon relativ spät und ich hätte es nicht mehr vor Sonnenuntergang geschafft. Deswegen habe ich bei der Kona Bering Co. gegessen, bevor ich mein Mietauto wieder zum Flughafen gebracht habe. Als ich endlich wieder im Hotel war, war ich einfach nur noch müde, aber auch froh, die Insel für einen Tag mit dem Auto erkundet zu haben.
Tag 6: Manoa Falls & Feuerwerk
Am vorletzten Tag auf Hawaii wollte ich noch ein Highlight von O’ahu erkunden – deswegen habe ich mich mal wieder früh auf den Weg gemacht und bin mit dem Bus zu den Manoa Falls gefahren. Von der Bushaltestelle aus ging es in einer knappen halben Stunde zu den Wasserfällen, die mitten im Dschungel liegen. Die Temperatur hat mich stark an den Hochsommer in New York erinnert, mit einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit. Entsprechend k.o. war ich auch, als ich endlich bei den Wasserfällen angekommen bin. Gelohnt hat es sich aber auf jeden Fall, denn die sind wunderschön! Auf dem Rückweg habe ich mich dann noch gefreut, dass ich mich so früh auf den Weg gemacht habe, denn mir kamen immer mehr Menschen entgegen. Nach einer kurzen Abkühlung im Shop bin ich dann wieder mit dem Bus Richtung Honolulu gefahren. Und den Rest des Tages habe ich natürlich am Strand verbracht!

Am Abend gab es dann noch ein Feuerwerk am Hilton Hawaiian Village, also direkt am Waikiki Beach. Von meinem Hotel aus war ich in wenigen Minuten zu Fuß am öffentlichen Strand und konnte zuschauen, bevor ich mir noch einen Cocktail geholt habe um den letzten Abend auf Hawaii ausklingen zu lassen.
Tag 7: Pearl Harbor, Pearl Harbor Aviation Museum & Abreise
Da das mit dem Parasailing über Groupon so gut geklappt habe, habe ich mir für meinen letzten Tag auf Hawaii auch noch ein Ticket für das Pearl Harbor Aviation Museum über Groupon besorgt. Auch das war nämlich so viel günstiger. Leider konnte ich kein Ticket für die komplette Pearl Harbor Tour mehr bekommen, da hätte ich vermutlich mindestens einen Monat vorher reservieren müssen. Aber immerhin konnte ich so trotzdem noch einmal zu Pearl Harbor und mir zumindest einen Teil anschauen. Ich bin wieder mit dem Bus hingefahren, vom Ala Moana Shopping Center aus war das gar kein Problem.
Ehrlich gesagt war das Aviation Museum nicht ganz mein Fall, aber irgendwie war es trotzdem cool, sich das Ganze mal anzuschauen. Mich hat vor allem die Geschichte von Pearl Harbor interessiert, und darüber habe ich auch dank der gratis Audioguides einiges erfahren. Gleichzeitig habe ich aber auch gemerkt, dass die Reise sich langsam dem Ende zuneigt und meine Motivation (und der Wille, viel Geld für Sehenswürdigkeiten auszugeben) langsam nachgelassen hat. Obwohl ich das Arizona Memorial und das Schiff Missouri noch interessant gefunden hätte, habe ich nämlich (u.a. wegen der Ticketpreise) darauf verzichtet. Irgendwie habe ich in den letzten Wochen so viel gesehen und erlebt, dass das jetzt auch keinen Unterschied mehr gemacht hätte.

Nachdem ich mir das Museum und Pearl Harbor angeschaut habe, ging es dann wieder zum Bus und zurück nach Honolulu. Da ich meine Koffer bereits eingepackt hatte, hatte ich wenig Lust, mich noch einmal an den Strand zu legen – ich hätte ja auch nicht mehr duschen können. Deswegen habe ich mir den Rest des Tages noch einmal im Shopping Center und an einer Strandbar vertrieben, bis es Zeit war, das Shuttle zum Flughafen zu nehmen.
Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt noch zwei Nächte in LA vor mir hatte, hat sich die Abreise aus Hawaii angefühlt wie das Ende des großen USA-Abenteuers. Nur noch wenige Tage, bis es für mich nach etwa 8 Monaten erstmals wieder nach Europa ging – ohne zu wissen, was ich danach genau machen wollte und wohin es mich verschlagen würde. Entsprechend schwer ist mir der Abschied gefallen, ich wäre gerne noch eine Weile geblieben!
Wart ihr schon einmal auf Hawaii? Wie hat es euch gefallen?

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